Wissenwertes

Wasserversorgung

Wussten Sie, dass jeder Mensch rund 125 Liter Wasser pro Tag verbraucht? Nur zwei bis drei Liter verwenden wir dabei zum Trinken und Kochen – ein Großteil wird zum Duschen, Putzen oder Waschen genutzt. Die Stadtwerke Arnsberg sorgen dafür, dass aus Ihrer Leitung rund um die Uhr Trinkwasser von höchster Qualität kommt.

Die Trinkwasserversorgung für Arnsberg teilt sich wie folgt auf:

Für die Ortsteile Neheim, Hüsten, Herdringen, Müschede, Wennigloh und Lattenberg betreiben wir vier eigene Wassergewinnungs- und Aufbereitungsanlagen. Hier wird aus Quellwasser, Grundwasser und künstlich angereichertes Grundwasser bzw. Uferfiltrat wertvolles Trinkwasser gewonnen, in die Trinkwasserspeicher gefördert und von dort aus in das Versorgungsnetz gespeist.

Für Arnsberg, Bruchhausen, Niedereimer, Breitenbruch, Oeventrop, Rumbeck und Uentrop beziehen wir das Trinkwasser vom Wasserbeschaffungsverband Arnsberg  – für Voßwinkel und Bachum von der Gelsenwasser AG.

Die Trinkwasserversorgung des Ortsteiles Holzen erfolgt durch den Wasserbeschaffungsverband Arnsberg-Holzen.

Rund 10,5 Mio. Liter Trinkwasser fließen täglich durch unser insgesamt 450 Kilometer langes Rohrnetz in die rund 18.500 Hausanschlüsse.

Weitere Informationen und Führungen in unseren Wasserwerken:
Eine Infobroschüre zur Wasserversorgung und dem Thema Trinkwasser liegt in unserem Gebäude im Niedereimerfeld für Sie bereit. Gerne senden wir Ihnen diese Broschüre auch zu.

Zusätzlich bieten wir regelmäßig Führungen durch unsere Wassergewinnungsanlagen an. Gruppen, Schulen und Kindergärten sind dazu herzlich eingeladen. Inhabern der Arnsberger Familienkarte bieten wir zudem die Möglichkeit, unsere Wassergewinnungsanlagen im Rahmen von Kindergeburtstagen zu besichtigen.

Zur Terminvereinbarung wenden Sie sich bitte an:

Thomas Kroll
Tel.: 02932 201-3200
E-Mail: t.kroll@stadtwerke-arnsberg.de

Wasseraufbereitung

Die beste Trinkwasserqualität lässt sich aus unberührten Grundwasservorkommen gewinnen. Diese bilden sich aus Niederschlägen, die ins Erdreich versickern und sich zu einem unterirdischen Grundwasserstrom sammeln. Dieses „echte“ Grundwasser steht jedoch nicht überall in der benötigten Menge und Qualität zur Verfügung.

In Arnsberg z.B. liegt die Menge des Grundwassers deutlich unter dem tatsächlichen Bedarf. Deshalb betreiben wir in Kooperation mit dem Wasserbeschaffungsverband Arnsberg im Möhne- bzw. Ruhrtal unsere Wassergewinnungsanlagen. Das Oberflächenwasser aus den Flüssen der Möhne und der Ruhr sickert hier über Langsamsandfilteranlagen gezielt in den Untergrund und wird gleichzeitig mechanisch und biologisch gereinigt

Mit Hilfe dieser künstlichen Anreicherung des Grundwassers und der weiteren Aufbereitungsschritte stellen wir sicher, dass für alle Verbraucher jederzeit einwandfreies Trinkwasser in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Unser Wasser erfüllt alle Anforderungen, die durch die Trinkwasserverordnung und den ergänzenden Vorgaben der Gesundheitsbehörden an das „Lebensmittel Nummer eins“ gestellt werden. Unsere Anlagen befinden sich selbstverständlich in behördlich ausgewiesenen Wasserschutzgebieten. Damit sind sie sicher vor Einwirkungen, die nicht im Einklang mit der Wassergewinnung stehen.

Und so wird aus dem Oberflächenwasser der Möhne fertiges Trinkwasser:

Entnahmeleitung / Entnahmebauwerk
Die Entnahme des Oberflächenwassers der Möhne erfolgt mit der Entnahmeleitung, die etwa 80 cm unterhalb der Flusssohle verläuft. Dadurch wird verhindert, dass Schweb- und Schwimmstoffe sowie Öl in die Wassergewinnungsanlage gelangen können. Die Pumpen im Entnahmebauwerk fördern das Wasser auf die Langsamsandfilter.

Langsamsandfilter
In den vier Langsamsandfilterbecken versickert das Wasser sehr langsam durch den rund 60 cm starken Filtersand in den Untergrund und reichert das vorhandene Grundwasser an. Die Becken haben Abmessungen von jeweils 85m x 15m. Um das Wasser mit Sauerstoff anzureichern sind sie sind mit entsprechenden Kaskaden versehen. Dadurch werden die mikrobiologischen Reinigungsprozesse unterstützt. Für die Reinigungsleistung der Langsamsandfilter spielen mechanische Siebeffekte, physikalisch-chemische Prozesse und vor allem biologische Vorgänge durch Mikroorganismen eine bedeutende Rolle.

Heber- / Sammelbrunnen
Das künstlich angereicherte Grundwasser, das Uferfiltrat und das „echte" Grundwasser werden mit Hilfe von Heber- und Sammelbrunnen zur weiteren Aufbereitung in das Wasserwerk gefördert.

Entsäuerung
Die Entsäuerung des Wassers mit halb gebranntem Dolomitkalk verhindert, dass es im Verteilungsnetz zu korrosions-chemischen Vorgängen kommt und bringt die Kalk- und Kohlensäureanteile im Wasser ins Gleichgewicht.

Flockungsmittel-Dosierung
Vor der Ultrafiltrationsanlage wird als Flockungsmittel Polyaluminiumchlorid über eine Impfstelle dem Wasser zugesetzt. Ziel der Flockung ist die Reduzierung des gelösten, organisch gebundenen Kohlenstoffs durch Bildung von Mikroflocken, die auf der Membranoberfläche der Ultrafiltrationsanlage eine Sekundärmembran bilden.

Ultrafiltrationsanlage
Die 4-stufige Ultrafiltrationsanlage (UF-Anlage) filtert feinste Partikel aus dem Wasser. Sie dient der Entfernung partikulärer Wasserinhaltsstoffe. In Abhängigkeit von der Porengröße der Membran werden die im Wasser enthaltenen Partikel entsprechend ihrer Größe vollständig zurückgehalten. Darüber hinaus können aber auch hochmolekulare gelöste Stoffe und Viren abgetrennt werden. Niedermolekulare gelöste Stoffe und Ionen (Salze) passieren dagegen ungehindert die Membran. Aufgrund des begrenzten Porendurchmessers erlauben Ultrafiltrations-Membrane den absoluten Rückhalt von Bakterien.

Aktivkohle
Aktivkohle eliminiert adsorbierbare Schadstoffe, wie z.B. PFC, Pflanzenschutzmittel und andere organische Mikroverunreinigungen. Die unerwünschten Wasserinhaltsstoffe lagern sich an der Oberfläche der Aktivkohle an und werden damit aus dem Wasser entfernt.

Desinfektion
Bevor das Wasser unser Wasserwerk verlässt, wird es in der UV-Anlage noch desinfiziert, d.h. es wird mit ultraviolettem Licht bestrahlt. Damit stellen wir sicher, dass es bakteriologisch einwandfrei ist.

Pumpwerk
Kreiselpumpen fördern das „fertige" Trinkwasser durch das Verteilungsnetz zum Verbraucher.

Ausbau der Wasseraufbereitung Möhnebogen und Langel

Wir leben in einem von industrieller Nutzung geprägtem Lebensraum, was sich auch auf unsere Gewässer auswirkt.

Deshalb müssen wir sicherstellen, dass unser Trinkwasser frei von schädlichen Belastungen ist, damit unsere Kunden zu jeder Zeit einwandfreies Trinkwasser geliefert bekommen.

Dazu haben wir in 2011 rund 4,5 Mio € in unsere Wassergewinnungsanlage Möhnebogen investiert. Das modernisierte Wasserwerk Möhnebogen ist am 19. Oktober 2011 mit neuer und verbesserter Trinkwasseraufbereitungstechnik eröffnet worden. Die Bauzeit betrug ein Jahr. Kernstück der neuen Technologie ist eine moderne Ultrafiltrationsanlage, mit der auch Viren und Bakterien im Aufbereitungsprozess entfernt werden. Unsere Anlage produziert stündlich bis zu 600 m³ bestes Trinkwasser und ist damit eine der modernsten und größten Deutschlands.

Auch die Wassergewinnungs- und aufbereitungsanlage Langel, die vom Wasserbeschaffungsverband (WBV) Arnsberg betrieben wird, hat rund 4,9 Mio € in die gleiche neue Aufbereitungstechnik, wie das Wasserwerk Möhnebogen, investiert. Die Bauzeit betrug 2 Jahre, die erfolgreiche Inbetriebnahme war am 28. September 2012. Das Kernstück der neuen Technologie ist auch hier eine hocheffiziente Ultrafiltrationsanlage, mit der  stündlich bis zu 600 m³ bestes Trinkwasser produziert werden können.

Wasserqualität und Kontrolle

Wie alle Lebensmittel, unterliegt auch das sehr gute Arnsberger Trinkwasser den strengen Qualitätsrichtlinien der Trinkwasserverordnung. Daher stellen wir mit regelmäßigen Kontrollen unabhängiger Institute sicher, dass die vorgeschriebenen Grenzwerte genauestens eingehalten werden.

Seit dem 01.11.2011 gilt die Novelle der bundesweiten Trinkwasserverordnung. Eine der größten Änderungen betrifft die Überwachung der Warmwasseranlagen innerhalb der Trinkwasserinstallationen. Sowohl in öffentlichen, als auch in gewerblich genutzten Einrichtungen sowie bei Haus- und Wohnungsvermietungen müssen durch den Betreiber zukünftig Untersuchungen auf Legionellen durchgeführt werden. Diese Anlagen müssen dem Gesundheitsamt angezeigt werden.

Das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MKULNV) hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) als unabhängige Stelle zur Überprüfung der Untersuchungsstellen bestimmt.

Zu der Untersuchung von Trinkwasser auf chemische sowie mikrobiologische Kenngrößen stellt das LANUV eine Liste von regelmäßig überprüften Untersuchungsstellen zur Verfügung. Das LANUV empfiehlt, für die Probenahme und Untersuchung von Trinkwasser nur die in diesem Verzeichnis gelisteten Untersuchungsstellen zu beauftragen.

Ausführliche Informationen zum Trinkwasser in Deutschland und zur neuen Trinkwasserverordnung finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Gesundheit.

Zudem helfen Ihnen die Mitarbeiter(innen) des Gesundheitsamtes Hochsauerlandkreis bei weiteren Fragen zur Trinkwasserverordnung gerne weiter.  Ansprechpartner und umfangreiches Informationsmaterial finden Sie auf den Internetseiten des Gesundheitsamtes: Gesundheitsamt Hochsauerlandkreis.

Informationen zum Thema Bleigehalt
Blei ist ein giftiges Schwermetall, das zu Nervenschäden führen kann und die Blutbildung hemmt. Wir weisen Sie darauf hin, dass das Trinkwasser bei älteren Häusern, welche 1973 oder früher gebaut wurden, erhöhte Bleigehalte aufweisen kann.

Wir empfehlen Ihnen deshalb, bei Bedarf Ihre Hausinstallation von einem Fachunternehmen auf Bleirohre untersuchen zu lassen. Eine Übersicht der zugelassenen örtlichen Fachunternehmen finden Sie in unserem Wasserinstallateurverzeichnis.

Informationen zur Wasserhärte
Die Wasserhärte wird hervorgerufen durch Calcium- und Magnesiumsalze. Sie ist die Ursache für Ablagerungen in Rohren, Kesseln und sonstigen Gefäßen. Mit der Härte erhöht sich der Seifenverbrauch, weil sich mit Seife unlösliche und für den Waschvorgang unbrauchbare Kalkseife bildet. Eine Übersicht der Wasserhärte des Wassers in Arnsberg finden Sie hier.

Informationen zu Trübungen des Wassers
Milchige Trübungen, z.B. nach der Wasserentnahme aus einem Wasserhahn, hängen nicht mit der Härte des Wassers zusammen. Sie werden von kleinen Luftbläschen verursacht und verschwinden rasch. Ihre Ursache liegt in Lufteinschlüssen im Rohrnetz bzw. in der Hausinstallation. Werden die Leitungen richtig entlüftet, treten die Erscheinungen in der Regel nicht mehr auf.

Daten und Fakten zur Wasserversorgung

Wussten Sie schon, dass ...

... der größte Teil der Erdoberfläche (71%) von Wasser bedeckt ist?
... sich die Wasservorkommen der Erde auf ca. 1,386 Milliarden Kubikkilometer belaufen – allein 1,338 Milliarden Kubikkilometer (96,5%) entfallen dabei auf das Salzwasser der Weltmeere.
... nur 48 Millionen Kubikkilometer (3,5%) des irdischen Wassers als Süßwasser vorliegt?
... lediglich 0,3% der weltweiten Wasservorräte als Trinkwasser nutzbar sind?

Bitte denken Sie deshalb daran, mit dem Rohstoff Wasser sparsam umzugehen. Im europäischen Durchschnitt sind wir Deutschen dabei sehr vorbildlich und verbrauchen täglich rund 125 Liter Trinkwasser.
So verwenden wir zum Beispiel:

• 3 l für Essen und Trinken
• 45 l für Körperpflege
• 35 l für Toilettenspülung
• 8 l für Raumreinigung, Garten und Autopflege
• 8 l für Geschirrspülen
• 11 l für Kleingewerbe und
• 15 l zum Wäschewaschen

Thermalsole

So ist die Aufbereitungsanlage aufgebaut:

In einer Thermalsole herrschen besondere Bedingungen. Die Aufbereitungsanlage ist daher mehrstufig aufgebaut. Grundsätzlich wird die Sole mit Luftsauerstoff belüftet, um gelöstes Eisen in eine filtrierbare Form zu überführen. Erst nach diesem Schritt kann der entstehende Eisenschlamm über eine Kiesfiltration abgeschieden werden.

Anschließend wird der Sole Kaliumpermanganat zur chemischen Oxidation des überschüssigen Mangans zugegeben. Nach der Zugabe erfolgen in einer zweiten Filterstufe die Abscheidung des Mangans und anschließend die Pufferung des Reinwassers in zwei drucklosen Tanks. Aus diesen Tanks werden die Endverbraucher versorgt und die Filterbehälter mit gereinigter Sole zurückgespült.

Druckerhöhung
Die zulaufende Sole wird über eine frequenzgesteuerte Druckerhöhungsstation auf etwa 3 – 3,5 bar gebracht, um ausreichend Luftsauerstoff in der Sole lösen zu können. Bei einem geringeren Wasserdruck würde das Gaslösevermögen sinken und es könnte nicht genügend Sauerstoff für die Oxidation von Eisen und Mangan zugeführt werden.

Luftpolsteroxidator
Im Luftpolsteroxidator wird die zulaufende Sole unter Druck verdüst, um eine möglichst große Oberfläche und Verweilzeit zur Aufnahme von Luftsauerstoff zu erreichen. Das Verfahren arbeitet unter einem Betriebsdruck von etwa 3,5 bar. Der Flüssigkeitsstand im Behälter wird über eine Niveausteuerung geregelt.

Filterstufe – Enteisenung
Nach der intensiven Belüftung der Sole erfolgt die Abscheidung des sich bildenden Eisenschlamms in den Filterbehältern der ersten Stufe. Die Behälter werden von oben nach unten durchströmt. Die Filtergeschwindigkeit beträgt dabei etwa 7 – 8 m/h.

Dosierung Kaliumpermanganat
Durch die Zugabe von Kaliumpermanganat wird die Funktion der Manganentfernung unterstützt. Dabei ist im Vorfeld eine gute Rohwasserbelüftung und Enteisung Grundvoraussetzung.

Filterstufe – Entmanganung
In dieser Stufe erfolgt die Abscheidung des Manganschlamms über eine Kiesfiltration. Die Behälter werden von oben nach unten durchströmt. Die Filtergeschwindigkeit beträgt dabei etwa 7 – 8 m/h.

Wasserkraft

Im August 2000 haben wir gemeinsam mit einem privaten Investor die Wasserkraftanlage Möhnebogen GmbH zum Bau und Betrieb der gleichnamigen Wasserkraftanlage gegründet. Die Gesellschaftsanteile sind zu 51% auf den Investor und zu 49% auf uns aufgeteilt.

Geschäftsführer der Wasserkraftanlage Möhnebogen GmbH ist Thomas Kroll
(Leiter Geschäftsbereich Mein Wasser).

Die Wasserkraftanlage in Zahlen:

Bau der Wasserkraftanlage

Baubeginn: Oktober 2001
Bauende: September 2002
Baukosten: 870.000 €
Fördermittel des Bundes: 243.000 €

Technische Daten der Wasserkraftanlage

Wirkgefälle: ca. 2,40 m

Turbine

Kaplan-Turbine  
Durchmesser des Laufrads: 1,995 m
Turbinendrehzahl: 125 U/min
Max. Durchfluss: 11,5 m³/s
Baujahr: 1934
Hersteller: Voith

Generator

Turbinen Synchrongenerator  
Generatordrehzahl: 600 U/min
Elektrische Leistung: 170 kVA, 400 Volt
Baujahr: 2006/2007
Hersteller: Hitzinger

Stromeinspeisung

Einspeisung des Stroms in das Netz der RWE AG.

Vergütung: 11,67 Cent / kWh

In 2013 wurden ca. 264.000 kWh in das Netz der RWE eingespeist.