Resistenzentwicklung und Antibiotika

16.11.2016

@xalanx, fotolia

Warum Keime resistent werden und wie man sich schützen kann

Einen spannenden und informativen Abend erlebten die Besucher der Veranstaltung „Resistenzentwicklung und Antibiotika“ auf dem campus der Stadtwerke Arnsberg. Dr. Hans Peter Zarfl nahm die Besucher mit auf eine Reise durch die Welt der Bakterien und erklärte, wann und wie Antibiotika wirken und wie Antibiotikaresistenzen entstehen.

Nach Schätzungen aus dem Jahr 2015 tragen rund 25% Prozent der Deutschen multiresistente Keime, wie MRSA, ESBL oder Vancomycin-resistente Enterokokken auf ihrer Haut, ohne es zu wissen. Nicht alle multiresistenten Keime sind aggressiv, aber widerstandsfähig. Vor allem gegen Antibiotika. Und genau das kann für ein geschwächtes Immunsystem, Kinder und ältere Menschen zum Risiko werden. Jährlich infizieren sich 500.000 Menschen in Deutschland mit multiresistenten Keimen. Und das Problem ist hausgemacht: Falsche Dosierung, falscher Wirkstofftyp und falsche Diagnosen fördern die Resistenzentwicklung der Keime im eigenen Körper. Damit dies nicht passiert, empfiehlt Dr. Zarfl beim Arzt zunächst einen Abstrich machen zu lassen, damit die Bakterien genau identifiziert werden können. „Nur so kann gewährleistet werden, dass auch das richtige Antibiotikum für die richtige Infektion verschrieben wird.“ Hinzu kommt, dass das verschriebene Antibiotikum nicht immer in der verordneten Menge auch tatsächlich eingenommen wird. „Bakterien sind nicht nur ein bisschen tot“, erklärte der österreichische Veterinärmediziner den Besuchern. „Sie müssen das verschriebene Antibiotikum genau nach der Anweisung des Arztes nehmen und nicht eher die Medikation abbrechen. Erst durch die Unterdosierung gewöhnen sich die Bakterien an das Antibiotikum und werden resistent.“ Aus diesem Grund sind Breitbandantibiotika ein enormes Problem, da so die Bakterien bei einer Unterdosierung direkt auf einen Schlag gegen die komplette Bandbreite der Antibiotika resistent werden können. Die Tragweite wird besonders deutlich bei der Betrachtung der Tatsache, dass das jüngste Antibiotikum 30 Jahre alt ist.

Ein ähnliches Problem zeichnet sich in der Tiermedizin ab. Um ein Kilogramm Fleisch zu produzieren, müssen in Massentierställen ca. 80 mg Antibiotikum eingesetzt werden. Dieses gelangt über die Gülle auf die Böden und sorgt dort durch die geringe Konzentration ebenfalls für Resistenzen. Im Fleisch selbst sind die Medikamente später nicht mehr nachweisbar. „Hier ist eindeutig der Konsument in der Verantwortung! Durch eine artgerechte Haltung der Tiere bedarf es so gut wie keiner Medikamente“, erklärt Dr. Zarfl seinen Zuhörern und zeigt ihnen die aktuellen Dimensionen auf. „Alleine im Jahr 2011 verschrieben die Human- und Tiermediziner in Deutschland insgesamt 1.700 Tonnen Antibiotika. Zum Vergleich: In Österreich waren es im gleichen Zeitraum lediglich 100 Tonnen."

Zum Schluss gab Dr. Zarfl noch einfache Alltagstipps, wie sich die Besucher ganz leicht schützen können. „Wenn Sie nach Hause kommen, dann ziehen Sie zunächst Ihren Mantel aus, lassen ihn im Flur außerhalb der Wohnung hängen, waschen sich gründlich die Hände und erst dann begrüßen Sie Ihre Liebsten.“

Zurück

 

Corona Update- wir sind telefonisch für Sie da!

Wir reagieren auf den erneuten Lockdown und schließen unsere Kundencenter, im Niedereimerfeld und in Neheim für den persönlichen Kundenkontakt.

Während dieser Zeit sind wir zu den gewohnten Öffnungszeiten selbstverständlich telefonisch und per Mail erreichbar.

Bleiben Sie gesund,
Ihr Stadtwerke-Team