Wissenswertes

Unsere Aufgaben in der Kanalisation

Wasser befindet sich in einem ständigen Kreislauf. Wir tragen auf lokaler Ebene dazu bei, das Wasser nach der Verwendung wieder dem ökologischen Kreislauf zuzuführen - eine Aufgabe mit besonderen Herausforderungen.

Wasser ist für die Umwelt und uns Menschen lebensnotwendig und unersetzlich. Da es aber nicht ver-, sondern gebraucht wird, bleibt die Wassermenge auf der Erde stets gleich. Der Mensch beeinflusst den Kreislauf des Wassers jedoch in zweierlei Hinsicht: Zum einen, indem er natürlichen Boden mit Gebäuden, Straßen oder Plätzen bebaut (Flächenversiegelung), zum anderen, indem er Grund- und Oberflächenwasser entnimmt und zum Trinken, Waschen und für viele weitere Zwecke nutzt.

Spannungsfeld zwischen Umweltschutz und niedrigen Kosten

Auf diese Weise entstehen mehr als 125 Liter Abwasser pro Kopf und Tag. Um dieses verunreinigte Wasser abzuleiten und zu reinigen, ist ein hohes Maß an Umwelt- und Verantwortungsbewusstsein gefragt. Andererseits müssen die Kosten für die Stadtentwässerung in einem bezahlbaren Rahmen bleiben. Wir bewegen uns damit in einem ständigen Spannungsfeld zwischen optimaler Erhaltung der Umwelt und niedrigen Preisen für unsere Kunden.

Kanalisation

Wir planen, bauen und unterhalten die städtische Kanalisation in Arnsberg. Unter unseren Füßen erstreckt sich ein rund 500 Kilometer langes Netz aus Schmutz-, Misch- und Regenwasserkanälen. Über 13.000 Schächte werden die Abwasserwege kontrolliert und gereinigt.

Wir betreiben keine eigenen Kläranlagen. Unsere Aufgabe ist es, das Abwasser über Kanäle zu den Kläranlagen des Ruhrverbands zu leiten. Der Ruhrverband ist dafür verantwortlich, das Abwasser zu reinigen und endgültig in den natürlichen Wasserkreislauf zurückzuführen.

Unsere Aufgaben bei der Stadtentwässerung sind zahlreich und vielschichtig.

Dazu zählen:

  • Planung und Bau zur Erweiterung, Erneuerung und Reparatur des öffentlichen Kanalnetzes.

Zum Betrieb des Kanalnetzes gehören:

  • Kanalreinigungen (Spülfahrzeuge)
  • Kanalinspektionen (Kanal TV-Kamera)
  • Überwachung sämtlicher Einleitungen aus Misch- und Regenwasserkanälen in die Flüsse
  • Unterhaltung aller technischen Anlagen im Kanalnetz (z.B. Abwasserpumpen und Steuereinrichtungen)
  • Umsetzung der Selbstüberwachungsverordnung Kanal mit eigenem und fremdem Personal

Sonderaufgaben für die Stadt Arnsberg

  • Reinigung der Sinkkästen (Straßengullys)
  • Reinigung von Brücken und Tunneln im Stadtgebiet
  • Reinigung von Brunnenanlagen
  • Unterstützung beim Winterdienst
  • Hinweis: getrennter Gebührenmaßstab

Ein paar beeindruckende Zahlen:

  • Das Kanalnetz der Stadt Arnsberg hat einen Wiederbeschaffungszeitwert von mehr als 350 Mio. € und ist damit das größte Wirtschaftsgut der Kommune. Unser Umsatz beträgt zzt. rund 19,4 Mio. €.
  • Etwa 3,8 Millionen m³ Schmutzwasser (häuslich & gewerblich) werden pro Jahr durch die Kanalisation abgeleitet.
  • Die abflusswirksame Fläche für Regenwasser beträgt ca. 9,6 Mio. m².
  • Unser Leitungsnetz hat eine Länge von rund 508 km – davon sind 85% Mischsystem und 15% Trennsystem.
  • In unserem Netz gibt es rund 18.000 Kanalhausanschlüsse.
  • Wir verfügen über 21 eigene Pumpwerke und 7 Pumpwerke von städt. Einrichtungen (Forst, Betriebshof, etc.).
  • Im Netz betreiben wir 9 Regenwasser-Rückhalteanlagen, 30 Regenüberläufe, 2 Regenklärbecken, 4 Übergabepunkte an Kläranlagen des Ruhrverbandes und eine Pflanzenkläranlage Ainkhausen (50 Einwohner).
  • Wir reinigen im Netz regelmäßig 35 Niederschlagswasserbehandlungsanlagen des Ruhrverbandes.
Alles über das Thema Drainagewasser

Darf Drainagewasser in den Kanal eingeleitet werden?

Drainagewasser und Schichten- oder Grundwasser ist in aller Regel sauberes Wasser. Eine Einleitung ins Kanalnetz ist gemäß Entwässerungssatzung der Stadt Arnsberg (gleichlautend mit der Mustersatzung des Landes NRW)  nicht zulässig, da das Vermischen des sauberen Drainagewassers mit dem verschmutzten Abwasser eine Gewässerverschmutzung darstellt.

Die Stadt Arnsberg investiert jährlich erhebliche Summen in die Beseitigung von so genanntem Fremdwasser. Drainagen sind wesentliche Fremdwasserquellen, was Messungen deutlich aufzeigen. Die Reinigungskosten für diese verunreinigten Fremdwassermengen auf den Kläranlagen sind vielerorts schon jetzt immens, werden in den nächsten Jahren aber noch spürbar steigen.

Wohin soll ich das Drainagewasser ableiten?

Beim Bau von Häusern wird selten berücksichtigt, ob der Boden im Bereich der Gründung (Fundamente/Bodenplatte) Wasser führt. Zur Sicherheit gegen etwaige Wasserzutritte wurde in der Vergangenheit regelmäßig eine Drainageleitung als Ringleitung um die Bodenplatte verlegt und ans Kanalnetz angeschlossen. Diese technische Lösung ist, wie zuvor beschrieben, nicht zulässig. Alternativen, wie etwa eine wasserdichte Ausführung der Bodenplatte und der aufgehenden Kellerwände, scheitern nicht selten an den erheblich höheren Baukosten.

Als Lösung bietet sich an, den Drainagestrang in einem Pumpensumpf zu sammeln, ihn von dort zur dezentralen Versickerung auf das Grundstück zu fördern und schadlos in den Untergrund einzuleiten. Sollte ein Trennsystem vorliegen, wäre zudem nach Rücksprache mit dem Entwässerungsbetrieb die Einleitung des Drainagewassers in den Regenwasserkanal eine technische Lösung. Wenn es sich dabei auch um eine dauerhafte, lokale Grundwasserabsenkung handelt, ist diese Lösung als Kompromiss noch tragbar. Gebührenrechtlich wird sich diese Kanalbenutzung aber mittelfristig in der Form auswirken, dass für die eingeleitete Drainagewassermenge eine gesonderte Gebühr erhoben werden kann.

Was gehört nicht in die Toilette?

Beim täglichen Umgang mit Wasser, meistens Trinkwasser, machen wir uns oft nur wenig Gedanken darüber, was mit dem gebrauchten Wasser, das im Abfluss verschwindet, passiert. Immer wieder wird festgestellt, dass Haushaltsabfälle einfach so über die Toilette entsorgt werden, ohne die Folgen zu kennen.

Wir möchten Ihnen gerne hierzu gerne ein paar interessante und auch wichtige Fakten nennen!

Haushaltsabfälle stellen nicht nur eine Verstopfungsgefahr für Abflussrohre in der privaten und öffentlichen Kanalisation dar, sondern erhöhen auch deutlich die Reinigungsintervalle der Abwasserpumpwerke, erzeugen damit eine enorme Kostenbelastung in der Abwasserentsorgung und letztlich auch für alle Bürgerinnen und Bürger. Außerdem belasten feste und flüssige Abfälle die Kläranlagen und stellen damit für unsere Gewässer ein dauerhaftes und erhöhtes Umweltrisiko dar.

„In die Toilette und den Abfluss gehören weder Speisereste oder Chemikalien, noch feste oder flüssige Abfälle jeder Art! Abfallentsorgung über Abwasserrohre belastet und schädigt dauerhaft unsere Umwelt!“

Bitte beachten Sie, dass

  • die Kosten zur Reinigung und Wartung der öffentlichen Kanalisation mit den Reinigungsleistungen der Kläranlagenbetreiber über die Abwassergebühr an alle Bürgerinnen und Bürger weitergegeben werden müssen
  • für die Kosten zur Beseitigung der im Haus verstopften Abflussrohre der Eigentümer oder Mieter aufkommen muss
  • die Verschmutzung der Umwelt - insbesondere der Gewässer – ein Umweltstraftatbestand nach § 324 StGB ist und die Folgen später einmal unsere Kinder tragen müssen

„Wir bitten Sie, sorgsam mit unserer Ressource Wasser umzugehen und das Abwasser nicht mit Abfällen zu belasten! Das vermeidet nicht nur Kosten, die Ihre Kosten sind, sondern schützt auch unsere Umwelt im Rahmen der Nachhaltigkeit.“

Hier ein paar Beispiele von Abfällen und Stoffen, die nicht in die Toilette gehören und welche Folgen es haben kann, wenn sie doch hierüber entsorgt werden:

  • sämtliche Speisereste
    verstopfen Rohrleitungen und locken Ratten an
  • Feuchttücher
    verstopfen Rohrleitungen und setzen aufgrund der Verstopfung Pumpwerke außer Betrieb
  • Vogelsand und Katzenstreu
    verstopfen Rohrleitungen und setzen durch erhöhten Reibungswiderstand Pumpwerke (Verschleiß) außer Betrieb
  • Öle und Fette (z.B. Frittierfette, Bratöle)
    lagern sich an Rohrwandungen an, führen hierdurch zu Verstopfungen und Bildung von Geruchsemissionen und Korrosionen
  • Medikamente
    können nicht vollständig in Kläranlagen abgebaut werden und schaden damit unseren Gewässern, wie Flüssen, Bächen und Seen.
  • Farben, Lacke, Lösungsmittel
    lagern sich an Rohrwandungen an, führen zu Verstopfungen sowie Bildung von Geruchsemissionen und Korrosionen und können außerdem explosive Gase entwickeln. Diese Abfälle führen zu massiven Schäden in den biologischen Bereichen der Kläranlagen.
  • Chemikalien, wie starke Säuren oder Laugen, Pflanzenschutzmittel
    führen zu Korrosionen der Rohrleitungen, können nicht vollständig in der Kläranlage abgebaut werden, führen zu massiven Schäden in den biologischen Bereichen der Kläranlagen und schaden dauerhaft unseren Gewässern, wie Bächen, Flüssen und Seen

Was noch interessant sein könnte!

Das Unternehmen Jung Pumpen GmbH hat einen anschaulichen Erklärfilm „Feuchttücher gehören nicht in die Kanalisation“ entwickelt, der die Problematik und die damit verbundenen Schwierigkeiten von Verstopfungen von Pumpstationen durch Feuchttücher und Hygieneartikel einfach und anschaulich erläutert.

Lesen Sie dazu auch die Pressemeldung der Jung Pumpen GmbH "Feuchttücher - nicht in die Kanalisation!"

Flyer DWA "Was gehört nicht in die Toilette" - kostenlos bei Ihren Stadtwerken!

Flyer DWA 'Was gehört nicht in die Toilette' 10 Sprachen
Flyer DWA

Der Flyer der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) "Was kann in die Toilette" zeigt leicht und verständlich in 10 Sprachen, was nicht in die Toilette darf, sondern in die Mülltonne gehört oder gesondert entsorgt werden muss. Den Flyer erhalten Sie kostenlos bei Ihren Stadtwerken Arnsberg!

„Helfen Sie mit, unsere Umwelt zu schützen. Und dabei die Gebührenbelastung für alle Bürger und Bürgerinnen nicht unnötig zu erhöhen!“

Haben Sie noch Fragen?
Wir sind gerne auch persönlich für Sie da:

Holger Hesse
Tel. 02932 201-3485
E-Mail: h.hesse@stadtwerke-arnsberg.de

Alles über das Thema Regenwasser

Was muss ich bei einer Regenwassernutzungsanlage beachten?

Beim Betrieb einer Regenwassernutzungsanlage speichert eine Zisterne zunächst das Niederschlagswasser zur weiteren Verwendung als Gießwasser und / oder als Brauchwasser zur häuslichen Nutzung, wie beispielsweise für Toiletten und Waschmaschinen.

Folgende Dinge sollten Sie über den Gebrauch einer Regenwassernutzungsanlage (RWNA) wissen:

  • Auch Dachflächen, von denen das Niederschlagswasser in eine Zisterne geleitet wird, sind zunächst als voll kanalwirksam und somit gebührenpflichtig zu betrachten.
  • Die Vorratsspeicherung Ihrer Regenwassernutzungsanlage muss immer einen Überlauf an die städtische Kanalisation haben. Dieser Anschlusszwang gilt explizit auch für das Niederschlagswasser. Ein besonderes begründetes Interesse an einer anderweitigen Beseitigung oder Verwertung des Niederschlagswassers im Sinne der Entwässerungssatzung liegt nicht vor, wenn die anderweitige Beseitigung oder Verwertung des Niederschlagswassers lediglich dazu dienen soll, Gebühren zu sparen (so z.B. Urteil des Verwaltungsgerichtes Arnsberg vom 16.07.2002, Az. 11 K 2239/00).
  • Der Einsatz von Regenwasser im Bereich Toilette / Waschmaschine ist entsprechend der gefestigten Rechtsprechung als Schmutzwasser abzurechnen.

Abrechnung des Regenwassers

Zur Abrechnung des aus der Regenwassernutzungsanlage abgeleiteten Schmutzwassers ist es erforderlich, an der Entnahmestelle des Regenwassers eine geeichte Wasseruhr zu installieren. Der Zählerstand wird jeweils zum 15.01. des Jahres von Ihnen abgelesen und an uns übermittelt.

Sollte konstruktionsbedingt auch eine Entnahmestelle zur Gartenbewässerung vorhanden sein, kann pro m³ entnommenen Regenwassers je ein m² kanalwirksamer Fläche im Nachgang angerechnet werden. Diese Messung kann jedoch ebenfalls nur durch eine fest installierte und geeichte Wasseruhr an der Entnahmestelle erfolgen. Wenn Sie die Abrechnungsunterlagen bis zum 15.11. des Jahres bei uns einreichen, können wir dies bei der Abrechnung des aktuellen Verbrauchsjahres berücksichtigen.

Die Wirtschaftlichkeit einer Regenwassernutzungsanlage ist von verschiedenen Faktoren, wie z.B. den Anlagen- und Installationskosten, den laufenden Kosten und dem Wartungsaufwand, den Einsatzgebieten und der Intensität der Nutzung abhängig. Daher sollten Sie in jedem Fall vor Anschaffung einer Regenwassernutzungsanlage eine gründliche Kostenkalkulation vornehmen, um festzustellen, ob die Rentabilität einer solchen Anlage gegeben ist.

Abrechnung der Abzugsflächen bei Betrieb einer Regenwassernutzungsanlage für 2014

Das ausgefüllte Formular bitte

Haben Sie noch Fragen?
Wir sind gerne auch persönlich für Sie da!

Jürgen Reuber
Tel.02932 201-3479
E-Mail: j.reuber@arnsberg.de

Wichtige Fragen zum Thema Regenwasser

Darf Regenwasser für die Toilettenspülung genutzt werden?

Ja, das Niederschlagswasser kann dazu in Zisternen (unterirdische Wassertanks) aufgefangen werden. Dies setzt aber voraus, dass

  • die Regenwassernutzungsanlage bei uns angemeldet ist.
  • das aus der Zisterne zur Toilettenspülung entnommene Wasser über eine Wasseruhr gemessen wird. Diese Wasseruhr muss geeicht sein, ein amtliches Prüfsiegel besitzen und kann im Baumarkt oder Fachhandel erworben werden. Die hier gemessene Wassermenge ist als Abwasser zu bezahlen. Im Gegenzug wird pro m³ Regenwassernutzung bei der Toilettenspülung 1 m² abflusswirksame Fläche in Abzug gebracht, da in Arnsberg davon ausgegangen wird, dass im Jahr auf einen m² Grundstücksfläche 1.000 mm = 1 m³ Niederschlag fallen (siehe auch Beitrags- und Gebührensatzung zur Entwässerungssatzung, §5).

Darf Regenwasser für die Gartenbewässerung gespeichert und genutzt werden?

Selbstverständlich darf aus einer Zisterne, wie zuvor beschrieben, Regenwasser entnommen und zur Gartenbewässerung genutzt werden. Diese Wassermengen müssen nur dann über eine geeichte Wasseruhr nachgewiesen werden, wenn über den Verbrauch eine Reduzierung der angeschlossenen und gemeldeten versiegelten Fläche beantragt werden soll.

Kann ich Wasser aus dem Frischwassernetz zur Gartenbewässerung nutzen und dann die Abwassergebühren für diese Menge sparen?

Die Nutzung des Trinkwassers zur Gartenbewässerung ist grundsätzlich zulässig. Eine Ermäßigung der Abwassermengen für die dem Kanal nicht zugeführten Wassermengen – hier Wasser für die Gartenbewässerung – ist nur möglich, wenn allein dafür eine gesonderte geeichte Wasseruhr installiert worden ist.

Darf ich ohne weiteres abflusswirksame Flächen vom Kanalnetz abkoppeln, um dadurch Gebühren zu sparen?

Nein! Die Kommune hat gemäß § 53 Landeswassergesetz zunächst das alleinige Recht, das Niederschlagswasser von versiegelten Flächen zu sammeln und abzuleiten. Dazu hat die Gemeinde die erforderliche leistungsstarke Kanalisation errichtet und betreibt diese dauerhaft. Nur in besonderen Fällen kann die Kommune den Grundstückseigentümer von der Überlassungspflicht für Regenwasser freistellen. Diese Fälle können eintreten, wenn kein Kanal zur Ableitung von Regenwasser vorliegt, wenn die Entwässerungsplanung des betroffenen Gebietes eine dezentrale Regenwasserbeseitigung vorsieht oder wenn aufgrund hydraulischer Engpässe die Abkopplung von Dach- und Hofflächen zur nachhaltigen, dauerhaften Entlastung des Kanalnetzes beiträgt. Über diese Fälle entscheidet unser Geschäftsbereich Stadtentwässerung. In allen Fällen muss aber sichergestellt werden, dass das Regenwasser auf dem Grundstück ohne Beeinträchtigung der Nachbarn versickern kann. Unter Umständen ist ein Versickerungsgutachten zu erstellen. Je nach Art der Versickerung ist eine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich.

Darf ich Regenwasser in ein offenes Gewässer an meiner Grundstücksgrenze einleiten?

Der so genannte Anliegergebrauch regelt, dass Grundstücke unmittelbar an Fließgewässern das anfallende Regenwasser ohne wasserrechtliche Genehmigungen einleiten dürfen. Mit dem neuen Landeswassergesetz ist jedoch auch in diesem Fall die wesentliche Voraussetzung, dass die Kommune auf die Überlassungspflicht für Regenwasser verzichtet. Sollte aufgrund von hydraulischen Engpässen die Abkopplung von abflusswirksamen Flächen auch von der Gemeinde gewünscht sein, kann dem Antrag zugestimmt werden und für die dann am Bachlauf angeschlossenen befestigten Flächen entstehen keine Regenwassergebühren.

Alles über das Thema Technik und Bauwerke

Was ist ein Stauraumkanal?

Ein Stauraumkanal oder auch Staukanal ist ein Bauwerk der Mischkanalisation. Wie es der Name schon vermuten lässt, wird in einem Staukanal das ankommende Mischwasser (Schmutz- und Regenwasser) bei entsprechenden Regenfällen eingestaut und nur gedrosselt in die unterhalb liegende Kanalisation abgeleitet. Je nach Dauer und Intensität des Regens beginnt sich der Stauraum zügig zu füllen. Bei Erreichen des definierten Stauvolumens und damit der berechneten Füllhöhe beginnt dieses Bauwerk – je nach Bauweise vollautomatisch oder mechanisch – das stark verdünnte Abwasser über eine Schwelle in die benachbarten Gewässer zu entlasten. Da vielfach Regenereignisse nur von kurzer Dauer sind, kann in solchen Fällen das komplette Mischwasser des Einzugsgebietes zwischengespeichert und nach dem Regen langsam dem weiterführenden Kanal und damit der zentralen Kläranlage zugeführt werden. Staukanäle gehören neben den Regenüberlaufbecken – den so genannten RÜB – zu den Niederschlagswasserbehandlungsanlagen. Diese Anlagen werden in Arnsberg  laut Verbandsgesetz vom Ruhrverband gebaut und betrieben. Insgesamt finden sich im gesamten Stadtgebiet 35 derartige Anlagen mit einem Stauvolumen von rund 27.000 m³.

Was ist ein Regenüberlauf?

Auch ein Regenüberlauf gehört zu den Bauwerken der Mischkanalisation. Im Gegensatz zum Staukanal besitzt das RÜ kein so großes Stauvolumen. Stattdessen ist der weiterführende Kanal deutlich leistungsstärker als beim Staukanal. Das RÜ leitet kleinere Regenereignisse ohne Entlastung Richtung Kläranlage weiter. Bei stärkeren Regenfällen kommt es jedoch auch hier dazu, dass das Mischwasser bis zu einer definierten Schwellenhöhe im Bauwerk ansteigt und anschließend darüber hinweg Richtung Gewässer abgeleitet wird.

Wohin fließt mein Abwasser?

Im Stadtgebiet betreibt der Ruhrverband drei Kläranlagen. Die Stadtbezirke Bachum, Bruchhausen, Herdringen, Hüsten, Müschede, Neheim, Voßwinkel und Wennigloh entwässern zur Kläranlage Neheim. Das Abwasser der Stadtteile Arnsberg, Breitenbruch, Niedereimer, Rumbeck und Uentrop wird zur Kläranlage Arnsberg-Hammerweide geleitet. Zur Kläranlage Arnsberg-Wildhausen entwässert Oeventrop (und große Teile von Meschede). Die Stadtbezirke Holzen und Oelinghauser Heide entwässern über einen langen Transportsammler zur Kläranlage Menden-Lendringsen außerhalb unseres Stadtgebietes.

Alles über das Thema Ratten in der Kanalisation

Immer häufiger werden uns Rattensichtungen auf Straßen, Gärten und in Gullys gemeldet. Sie werden von Nahrungsresten angelockt, die sorglos über die Toilette oder den Abfluss entsorgt werden.

Was Sie über Ratten wissen sollten:

Wir unterscheiden zwei Arten: Die Wanderratte (Rattus norvegicus), welche die Hausratte (Rattus rattus) inzwischen weitgehend verdrängt hat. Dabei ist Begriff Wanderratte irreführend, denn die Tiere sind sehr standorttreu und besiedeln gerne das Umfeld des Menschen. Man kann sie überall antreffen, da sie bevorzugt in der Nähe von Abwasserkanälen in unseren Siedlungen lebt. Dort findet sie genügend Abfälle, die ihr als Nahrungsgrundlage dienen.

Die Wanderratte hat zwei bis vier Würfe mit jeweils rund acht Jungen im Jahr. Die Jungtiere sind bereits im dritten Lebensmonat fortpflanzungsfähig. Das bedeutet, dass ein Rattenpaar theoretisch 1.000 Nachkommen pro Jahr haben kann.

Die Wanderratte ist ein Allesfresser, ein großer Teil ihrer Nahrung ist tierischer Herkunft. Sie springt, schwimmt und taucht gut und kann daher nahezu überall eindringen. Ratten leben im Rudel und erkennen sich am Geruch. Ein Auftreten an freien, offenen Plätzen deutet immer auf einen sehr starken Befall hin. Sie laufen meist an Wänden und Mauern entlang. Diese benutzten Wege werden dann auch bei der Rattenbekämpfung berücksichtigt.

Das Rattenproblem in den Griff bekommen:

Die Möglichkeit einer gezielten Rattenbekämpfung ist selbstverständlich gegeben. Mit großem Aufwand führen wir diese kontinuierlich in der Kanalisation durch. Bei der Rattenbekämpfung ist jedoch der ethische Aspekt nicht außer Acht zu lassen, denn die vergifteten Ratten verenden langsam. Es ist deshalb besser, nicht nur die Symptome zu bekämpfen, sondern die Ursachen. Diese sind im wahrsten Sinne des Wortes oft „hausgemacht“:

Wir Menschen schaffen den Ratten durch die Entsorgung von Speiseresten über die Kanalisation ideale Lebensbedingungen. Sorgen Sie deshalb dafür, dass keine Speisereste über die Spüle und die Toilette in die Kanalisation eingeleitet werden. Werfen Sie deshalb Speisereste in den Restmüllbehälter und tragen Sie so aktiv dazu bei, die Population der Ratten einzudämmen.

Haben Sie noch Fragen?
Wir sind gerne auch persönlich für Sie da!

Ihre Ansprechpartner für den Bereich Kanalisation bei den Stadtwerken Arnsberg:

Andreas Blume, Tel. 02932 201-3477
Detlef Trompeter, Tel. 02932 201-3492

E-Mail: info@stadtwerke-arnsberg.de

Ihre Ansprechpartner für den Bereich private Grundstücke bei der Stadt Arnsberg:

Tim Werner, Tel. 02932 201-1879

E-Mail: sicherheit-ordnung@arnsberg.de

Alles über unser Kanalnetz

Allgemeines

Das Kanalnetz ist ein zentraler Bestandteil der städtischen Infrastruktur. Wir betreiben ein – im Verhältnis zur Einwohnerzahl – überdurchschnittlich langes Kanalnetz in einer der flächenmäßig größten Gemeinden in Nordrhein Westfalen.

Das Stadtgebiet von Arnsberg hat eine Gesamtfläche von 193,3 km². Neben vier Ballungszentren (Arnsberg, Hüsten, Neheim und Oeventrop) zählen zwölf kleinere Stadtbezirke in den Randzonen zum Stadtgebiet. Als Folge dieser großen räumlichen Ausdehnung verfügt Arnsberg über ein weit verzweigtes Entwässerungsnetz mit zum Teil kilometerlangen Verbindungssammlern.

Insgesamt ist das öffentliche Entwässerungsnetz der Stadt Arnsberg mehr als 500 km lang. Damit ergibt sich eine Anschlussdichte von 7,0 m Kanal pro Einwohner. Zum Vergleich: In den Ballungszentren des Ruhrgebietes liegt dieser Wert zum Teil nur bei 0,2 m Kanal je Einwohner.

Der Anschlussgrad in Arnsberg – der prozentuale Anteil der Einwohner, die an eine zentrale Kläranlage des Ruhrverbandes über öffentliche Kanäle angeschlossen sind - liegt mit 99,5% leicht über dem Landesdurchschnitt. Aufgrund der stark ausgeprägten Topografie können mehr als 98% der Kanäle im freien Gefälle betrieben werden. Nur etwa knapp 7 km des Netzes sind Druckleitungen, die mittels Pumpstationen ihre Aufgabe beim Ableiten des Abwassers erfüllen.

Rund 73.000 Einwohner sowie eine große Anzahl von Gewerbe- und Industriebetrieben in Arnsberg nehmen das Angebot der Abwasserbeseitigung in Anspruch. Diese Aufgabe teilen wir uns mit dem Ruhrverband. Als Mitglied dieses Wasserverbandes sind wir nicht für die Abwasserreinigung und damit auch nicht für den Betrieb der Kläranlagen (KA) verantwortlich.

Diese Aufgaben werden ebenso wie auch die so genannte Regenwasserbehandlung (Stauraumkanäle) durch den Ruhrverband erledigt. Dieser hat – entsprechend der Forderungen der Landesgesetze und Verordnungen zur Abwasserreinigung – seit Mitte der 90er Jahre im Verbandsgebiet moderne Kläranlagen errichtet oder erweitert. Die drei Kläranlagen im Gebiet der Stadt Arnsberg (KA Wildshausen, KA Arnsberg, KA Neheim) sind in den vergangenen Jahren umfangreich und mit erheblichen finanziellen Mitteln des Verbandes erneuert worden. Gleiches gilt für die KA Menden-Bösperde, zu der die Abwässer von Holzen und Oelinghauser Heide abfließen.

Aus historischen Gründen und aufgrund der leistungsstarken Flüsse und Bäche im Stadtgebiet ist das Entwässerungsnetz von Arnsberg zu etwa 85 % als Mischsystem errichtet worden. Hier fließen Regen- und Schmutzwasser durch einen Kanal. Insbesondere Neubaugebiete erschließen wir jedoch zunehmend im Trennsystem. Zur Ableitung von Regen- und Schmutzwasser werden dabei separate Kanäle errichtet und betrieben. Der 1995 eingeführte § 51 a des Landeswassergesetzes NRW hat diese Entwicklung wesentlich beeinflusst. Das Gesetz sieht vor, dass das Niederschlagswasser vorrangig verrieselt, versickert oder ortsnah in eine Vorflut eingeleitet werden soll. Ein geplantes Trennsystem gilt als gleichwertige Lösung. Jedoch können Neubaugebiete auch heute noch in begründeten Fällen im Mischsystem entwässert werden.

Betrieb und Reinigung des Kanalnetzes

Mit zwei eigenen Spülfahrzeugen und einem an den Bedarf angepassten Spülplan lösen wir die Aufgabe des Betriebs und der Reinigung des Kanalnetzes wirtschaftlich optimal. Wir reinigen nicht nur die Kanäle, sondern inspizieren das Kanalnetz zudem mit einer speziellen Kanal-TV-Anlage. Die planmäßige Inspektion des Kanalzustandes macht es möglich, eine nachhaltige Sanierungsstrategie zu entwickeln. Diese wiederum gewährleistet, dass sich die Stadtentwässerung in Arnsberg aus ökonomischer und ökologischer Sicht zukunftssicher darstellt und zuverlässig betrieben werden kann.

Was wird mit unserem Kanalnetz abgeleitet?

Mit unserem Kanalnetz leiten wir die anfallenden Abwässer aus den Haushalten sowie aus Industrie und Gewerbe ab und führen sie Kläranlagen zu.

Die daraus resultierende Schmutzwassermenge liegt in Arnsberg bei rund 3,8 Millionen m³ pro Jahr. Wie groß der Querschnitt eines Kanals ist, wird vor allem durch die anfallenden Niederschläge beeinflusst. In Arnsberg fallen im Jahresmittel etwa 1.000 mm Niederschlag pro m². Bei insgesamt mehr als  9,8 Millionen m² bebauter und abflusswirksamer Fläche bedeutet dies, dass ein Großteil des gesamten Abwassers aus Regenwasser besteht. Entsprechend hoch sind auch die Kosten für die Ableitung des Regenwassers. Nicht zuletzt deshalb haben inzwischen alle Kommunen in NRW den so genannten getrennten Gebührenmaßstab eingeführt.

Natürlich ist das Schmutz- und Regenwasser, das durch unsere Kanäle fließt, nicht frei von Laub, kleinen Ästen oder Toilettenpapier. Immer wieder werden aber auch Katzenstreu oder Motoröl durch den Abfluss entsorgt.

Bitte tragen Sie aktiv zum Umweltschutz bei und helfen Sie uns, das Kanalnetz und damit unser Wasser sauber zu halten.

Hier finden Sie eine Liste mit Dingen, die auf keinen Fall ins Kanalnetz gehören.

Unsere Ziele und Pläne

Neben der Unterhaltung der Kanalisation zählen die Planung und der Bau der Abwasserleitungen zu unseren Aufgaben. Das Ziel unserer Planungen ist eine hohe Qualität der Abwasserbeseitigung für den Bürger – verbunden mit einer entsprechenden Entsorgungssicherheit unter gesamtwirtschaftlich vertretbarem Aufwand.

Der Betrieb eines Kanalnetzes bedarf einer langfristigen Finanz- und Bedarfsplanung, denn das Wirtschaftsgut „Kanal“ soll bis zu 80 Jahre lang seinen Dienst tun. Dies setzt eine entsprechende städtebauliche und gesellschaftspolitische Weitsicht voraus – zumal Faktoren wie die Klimaerwärmung oder der demografische Wandel nachhaltig die Lebensdauer unserer Kanalisationsnetze beeinflussen können.

Bezogen auf die verschiedenen Stadtteile erarbeiten wir in regelmäßigen Abständen neue Entwässerungsplanungen. Zugleich inspizieren wir das Kanalnetz in vorgegeben Intervallen. Im Abwasserbeseitigungskonzept (ABK) legen unsere Experten langfristige Sanierungsstrategien fest, die das Ergebnis von hydraulischen Berechnungen und baulichen Bewertungen sind. Das ABK hilft dabei, die jährlichen Wirtschafts- und Finanzpläne zu erarbeiten.

Wir möchten den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Betrieben in unserer Stadt ein hochwertiges und leistungsfähiges Entwässerungsnetz zur Verfügung stellen, das zudem den Anforderungen der Umweltgesetzgebung gerecht wird. Dabei garantieren wir unseren Kunden einen hohen Entwässerungskomfort und eine zuverlässige Betriebssicherheit des Kanalnetzes zu vertretbaren Abwassergebühren.

Haben Sie noch Fragen zu diesem Thema?
Gerne ist Ihr Ansprechpartner auch persönlich für Sie da!

Andreas Blume
Tel.: 02932 201-3477
E-Mail: a.blume@stadtwerke-arnsberg.de