80 Cent kostet eine Stunde parken im Arnsberger Stadtgebiet. Die Zeiten der verzweifelten Suche nach Kleingeld sind jedoch vorbei – Eine Zeitreise und ein Statusbericht.

Parkuhr.

Ein Exemplar steht noch im Büro – eine Parkuhr aus vergangener Zeit. Schon lange ist es her, dass sie mit Hilfe eines Parkgroschens die Lizenz für die Nutzung des Parkplatzes angezeigt hat. Heute hat die Parkuhr Retrocharakter und ist ein beleibtes Sammlerstück. Zu Recht. Denn immerhin läutete diese mechanische Uhr die Anfangsstunde der heutigen Parkraumbewirtschaftung ein. 1935 reichte der Amerikaner Carlton Cole Magee in North Dakota das Patent auf ein münzgesteuertes Parkmessgerät ein. Nach Deutschland kam die Parkuhr erst in den 50er Jahren und sorgte hier zunächst für regen Gesprächsstoff. Sollte es tatsächlich erlaubt sein, für das Parken Geld zu nehmen? Ja! Sagte der Staat und änderte die Straßenverkehrsordnung dementsprechend.

Parkscheinautomat.

In dem 90er Jahren wurden alte Parkuhren zunehmend durch Parkscheinautomaten ersetzt. Im Jahr 2002 erlebten die Automaten einen Boom mit der Einführung des Euros. Das Umrüsten der alten Parkuhren war nicht mehr rentabel und so verschwanden sie aus dem Straßenbild. Die Parkscheinautomaten selbst bekamen über die Jahre hinweg immer neuere Funktionen. Heute sind sie Allroundtalente und lassen beim Kunden keine Wünsche übrig, wenn es um die Möglichkeiten des Bezahlens geht: mit Bargeld oder per EC-Karte. Abgerechnet wird der Bezahlvorgang mit der EC-Karte einmal im Monat per Lastschrift.

Im Arnsberger Stadtgebiet betreiben wir insgesamt 49 Automaten aus drei verschiedenen Generationen. Von der ganz neuen Generation stehen sechs Automaten im Stadtgebiet. Die 19 Automaten der ersten Generation werden nach und nach durch die aktuellen Versionen ersetzt. Vom Vorgängermodell der neuen Technikwunder gibt es derzeit 27 Exemplare. Alle Automaten sind auf dem höchsten Sicherheitsniveau.

In der Altstadtgarage in Arnsberg gibt es seit der Sanierung zudem die Möglichkeit sein E-Auto über das Parkticket zu laden. Alles aus einer Hand lautet hier das Prinzip. Das Parkticket, welches ganz normal bei der Einfahrt ins Parkhaus gezogen wird, startet durch Berührung der Ladesäule den Ladevorgang. Abgerechnet werden Parkgebühr und Ladekosten zusammen am Parkautomaten.

Parkraum

Smartphone.

Als einer der ersten Parkraumbewirtschafter erweiterten die Stadtwerke Arnsberg ihre Bezahlmethoden und führten im November 2009 das Handyparkticket per SMS ein. Eine Methode, die bis heute sehr gut angenommen wird. Mit inzwischen über 13.000 Vorgängen pro Monat wächst der Anteil der SMS- und App- Parker kontinuierlich. Abgerechnet wird am Ende des Monats über den Telefonanbieter. Eine vorherige Registrierung ist in beiden Fällen nicht erforderlich. Die Politessen können die SMS-/ App-Parker über ihre Handgeräte abfragen.

Und so funktioniert es:

SMS-Parken

Einfach eine SMS an die 821166 mit Ihrem Kennzeichen und der gewünschten Parkdauer schicken. Die Eingabeformel lautet wie folgt: Kennzeichen.Parkdauer – alles ohne Leerzeichen. Hier eine kurze Übersicht über die verschiedenen Zeitangaben:

Zeit Angabe in SMS
Stundenangaben (Achtung: Höchstparkdauer 4 Stunden)
.1 | .2 | .3 | .4
Minutenangaben
z.B. .15 | .30 | .45 | .60 | .90 | .120 | .180 | .240

Nachdem Sie die SMS abgeschickt haben, bekommen Sie eine Bestätigungs-SMS. Dies ist Ihr virtueller Parkschein. 10 Minuten vor Ablauf kommt eine SMS mit der Erinnerung, dass die Parkzeit bald endet. Sollten Sie noch weitere Parkzeit benötigen, können Sie einfach eine neue SMS mit der gewünschten Parkdauer senden. Aber nur bis zur Höchstparkdauer von 4 Stunden.

App

Die App Travipay ist sowohl für iOS und Android verfügbar. Das Prinzip ist ähnlich wie beim SMS-Parken. Kennzeichen und gewünschte Parkdauer angeben und schon landet das digitale Parkticket auf dem Smartphone. Auch hier gibt es vor Ende der Parkzeit eine Erinnerung. Zum SMS-Parken bietet die App allerdings noch ein interessantes Feature: Durch die Verwendung von Google Maps zeigt die App die Standorte der Parkscheinautomaten und damit der bewirtschafteten Parkzonen in einer Stadt an. Diese können dann per Routenplan direkt angesteuert werden. Und wer vor lauter Autos den eigenen Wagen nicht mehr sieht, kann sich von der App bequem zum Stellplatz lotsen lassen.

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