Teststrecke für autonomes Fahren in Südwestfalen - Konzeptvorschlag der Stadtwerke Arnsberg und Menden

NRW-Landesregierung grundsätzlich aufgeschlossen

©Christoph Meinschäfer Fotografie / Stadtwerke Arnsberg

Am Rande der 1. Arnsberger Zukunftskonferenz der Stadtwerke Arnsberg wurde am Montag bekannt, dass die NRW-Landesregierung einem Konzeptvorschlag der Stadtwerke Arnsberg und Stadtwerke Menden zum Bau einer Teststrecke für autonomes Fahren im ländlich geprägten Südwestfalen grundsätzlich aufgeschlossen gegenübersteht.

Staatssekretär Nathanael Liminski begrüßte den Ansatz der beiden Stadtwerke in seiner Ansprache ausdrücklich

@Christoph Meinschäfer Fotografie / Staatssekretär Nathanael Liminski

Staatssekretär Nathanael Liminski, Chef der Staatskanzlei NRW, begrüßte den Ansatz der beiden Stadtwerke in seiner Ansprache auf der Konferenz ausdrücklich: „ Das Thema autonomes Fahren hat Zukunft. Der Konzeptansatz, über eine Strecke von 60 Kilometern im ländlichen Raum autonomes Fahren zu testen, verspricht neue Impulse. Das NRW-Verkehrsministerium prüft, inwieweit die Landesregierung diese innovative Initiative aus Südwestfalen unterstützen kann.“

Bereits vorab hatte Karlheinz Weißer, der Geschäftsführer der Stadtwerke Arnsberg, dem NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet in einem persönlichen Gespräch in der Düsseldorfer Staatskanzlei das gemeinsame Konzept vorstellen können.

Unser ländlich geprägtes Südwestfalen bietet interessante Gegebenheiten für den Aufbau einer Teststrecke für autonomes Fahren, die sich von denen der Ballungsräume deutlich absetzen. So können bei uns unterschiedlich ausgebaute Landstraßen, Autobahnabschnitte und Innenstadtbereiche sinnvoll kombiniert und vernetzt werden.

erläutert Karlheinz Weißer.

Der Trend zum autonomen Fahren schreitet immer weiter voran. Es ist neben der E-Mobilität, für die sich unsere Stadtwerke schon seit langem engagieren, ein zentrales Forschungs- und Entwicklungsthema der Automobilindustrie – und die Zulieferer-Unternehmen unserer Region sind für diesen Industriezweig eine ganz wesentliche Stütze.

ergänzt Bernd Reichelt, Geschäftsführer der Stadtwerke Menden.

Positive Rückmeldung der Landesregierung

Die positive Rückmeldung der Landesregierung sei ein erster wichtiger Schritt, um das Projekt realisieren zu können. In weiteren Gesprächen mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung sollen die Ideen in den kommenden Tagen und Wochen konkretisiert werden. Mehr als 43.000 Arbeitsplätze gebe es allein im Bereich der Automotive-Zulieferer in Südwestfalen, führen die Geschäftsführer weiter aus. Diese gelte es, auch in Zukunft zu erhalten – und weiter auszubauen.

Chance für heimische Unternehmen

Für die heimischen Unternehmen ergibt sich aus dem Bau einer solchen Teststrecke die besondere Chance, Kompetenzen und Geschäftsfelder in einem der zukunftsweisendsten Bereiche der Mobilität zu entwickeln und aufzubauen. Das wird künftig vor allem für die Unternehmen von großer Bedeutung sein, deren Produkte durch die aktuellen Veränderungen im Automobilbereich zukünftig weniger gefragt sein werden – beispielsweise durch den langfristig zu erwartenden Wegfall des Verbrennungsmotors.

erklärt Matthias Thelen, der das Projekt für die Stadtwerke Arnsberg und Menden interkommunal und kreisübergreifend koordiniert.

Zukunft ist das, was wir daraus machen

Staatssekretär Nathanael Liminski war einer der Hauptreferenten der 1. Arnsberger Zukunftskonferenz, in deren Fokus in diesem Jahr das Thema „Digitalisierung“ steht. Unter dem Motto „Zukunft ist das, was wir daraus machen“ trafen sich Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen, um über Themen wie Smart City, Smart Mobility oder Smart Country zu diskutieren. Fragestellungen, welche ökonomischen und ökologischen Herausforderungen die neue Zeit mit sich bringt, wie sich Arbeits- und Wohnwelten verändern und welche Technologien die Lebenswelten in den Städten und Gemeinden von morgen prägen werden, waren zentraler Bestandteil der Zukunftskonferenz.

Key-Note-Sprecherin und Schirmherrin Mariya Gabriel

@Christoph Meinschäfer Fotografie / v.l.n.r.: Ralf Paul Bittner, Mariya Gabriel, Karlheinz Weißer

Key-Note-Sprecherin war die EU-Kommissarin für digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Mariya Gabriel, die für die Zukunftskonferenz die Schirmherrschaft übernommen hat.

Gespannt verfolgten rund 200 Gäste die Vorträge auf der Arnsberger Zukunftskonferenz

@Christoph Meinschäfer Fotografie / Arnsberger Zukunftskonferenz 5.3.2018

Gespannt verfolgten rund 200 Gäste auch die Vorträge von Dr. Jörg Salomon, Vice President Streetscooter Deutsche Post AG, Friedrich Merz und der Geschäftsführerin des Verbandes kommunaler Unternehmen, Katherina Reiche.
Zudem berichteten unter anderem der langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach, S.E. Dr. William Mart Laanemäe als Botschafter der digitalen Vorreiter-Republik Estland, der Regierungspräsident der Bezirksregierung Arnsberg, Hans-Josef Vogel sowie Michael Krons, leitender Redakteur der Programmgeschäftsführung und Moderator bei Phoenix, über ihre Erfahrungen mit der Digitalisierung.

Zurück