Wasseraufbereitung

Das Trinkwasser mit der besten Qualität lässt sich aus unberührtem Grundwasservorkommen gewinnen. Dieses Grundwasser bildet sich aus Niederschlägen, die ins Erdreich versickern und sich zu einem unterirdischen Grundwasserstrom sammeln. Doch „echtes" Grundwasser steht nicht überall in der benötigten Menge und Qualität zur Verfügung.
Regional kann es vorkommen, dass die Menge des nutzbaren, "echten" Grundwassers deutlich unter dem tatsächlichen Bedarf liegt, sodass auf andere Wasservorkommen zurückgegriffen werden muss – auch in Arnsberg.
Deshalb betreiben wir und der Wasserbeschaffungsverband Arnsberg im Möhne- bzw. Ruhrtal Wassergewinnungsanlagen. In diesen wird das Oberflächenwasser aus den Flüssen Möhne und Ruhr über Langsamsandfilteranlagen gezielt in den Untergrund versickert. Gleichzeitig erfolgt seine mechanische und biologische Reinigung. Mit Hilfe dieser künstlichen Anreicherung des Grundwassers und den weiteren Aufbereitungsschritten stellen wir sicher, dass für alle Verbraucher jederzeit einwandfreies Trinkwasser in ausreichender Menge zur Verfügung steht.
Trinkwasser aus unseren Wassergewinnungsanlagen erfüllt alle Anforderungen, die durch die Trinkwasserverordnung und ergänzende Vorgaben der Gesundheitsbehörden an das Lebensmittel Nummer eins gestellt werden. Unsere Anlagen befinden sich allesamt in behördlich ausgewiesenen Wasserschutzgebieten. Damit sind sie sicher vor Einwirkungen, die nicht im Einklang mit der Wassergewinnung stehen.
Aufbereitung in der Wassergewinnungsanlage Möhnebogen
Wir zeigen Ihnen, wie aus dem Oberflächenwasser der Möhne fertiges Trinkwasser wird.

Entnahmeleitung/Entnahmebauwerk:
Die Entnahme des Oberflächenwassers der Möhne erfolgt mit der Entnahmeleitung, die etwa 80 cm unterhalb der Flusssohle verläuft. Dadurch wird verhindert, dass Schweb- und Schwimmstoffe sowie Öl in die Wassergewinnungsanlage gelangen. Pumpen im Entnahmebauwerk fördern das Wasser auf die Langsamsandfilter.
Langsamsandfilter:
In den vier Langsamsandfilterbecken versickert das Wasser - wie der Name schon sagt - sehr langsam durch den rund 60 cm starken Filtersand in den Untergrund und reichert das vorhandene Grundwasser an. Die Becken haben Abmessungen von jeweils 85 mal 15 m. Um das Wasser mit Sauerstoff anzureichern, sind sie sind mit entsprechenden Kaskaden versehen. Dadurch werden die mikrobiologischen Reinigungsprozesse unterstützt. Für die Reinigungsleistung der Langsamsandfilter spielen mechanische Siebeffekte, physikalisch-chemische Prozesse und vor allem biologische Vorgänge durch Mikroorganismen eine bedeutende Rolle.
Heber- /Sammelbrunnen:
Das künstlich angereicherte Grundwasser, das Uferfiltrat und das „echte" Grundwasser werden mit Hilfe der Heber- und Sammelbrunnen ins das Wasserwerk zur weiteren Aufbereitung gefördert.
Entsäuerung:
Die Entsäuerung des Wassers mit Hilfe von halb gebranntem Dolomitkalk verhindert, dass es im Verteilungsnetz zu korrosions-chemischen Vorgängen kommt. Die Entsäuerung bringt die Kalk- und Kohlensäureanteile im Wasser ins Gleichgewicht.
Aktivkohle:
Aktivkohle eliminiert adsorbierbare Schadstoffe wie z.B. PFT, Pflanzenschutzmittel und andere organische Mikroverunreinigungen. Die unerwünschten Wasserinhaltsstoffe lagern sich an der Oberfläche der Aktivkohle an und werden aus dem Wasser entfernt.
Verdüsung:
Durch die Verdüsung des Wassers wird der Restgehalt an aggressiver Kohlensäure aus dem Wasser ausgetragen, um es ins Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht zu bringen.
Desinfektion:
Bevor das Wasser das Wasserwerk verlässt, wird es mit Chlorgas desinfiziert. Damit stellen wir sicher, dass es bakteriologisch einwandfrei ist.
Pumpwerk:
Kreiselpumpen fördern das „fertige" Trinkwasser durch das Verteilungsnetz zum Verbraucher.
Ausbau der Aufbereitung
Wir leben in einem von industrieller Nutzung geprägtem Lebensraum, was sich auch auf die Gewässer auswirkt. Wir stellen sicher, dass unser Trinkwasser frei von schädlichen Belastungen ist und unsere Kunden zu jeder Zeit einwandfreies Trinkwasser von uns geliefert bekommen.
Dazu haben wir und der Wasserbeschaffungsverband Arnsberg jeweils rund 4,5 Millionen Euro in die Wassergewinnungsanlagen Möhnebogen und Langel investiert.
Das neue Wasserwerk Möhnebogen ist am 19. Oktober 2011 eröffnet worden. Die Bauzeit betrug ein Jahr. Kernstück der neuen Technologie ist eine moderne Ultrafiltrationsanlage, mit der auch Viren und Bakterien im Aufbereitungsprozess entfernt werden. Die Anlage produziert stündlich bis zu 600 m³ bestes Trinkwasser und ist damit eine der modernsten und größten Deutschlands.
Die Inbetriebnahme des neuen Wasserwerkes Langel ist für April 2012 geplant.








