Technik und Bauwerke

Was ist ein Stauraumkanal oder ein Regenüberlauf? Lesen Sie hier mehr zu diesem Thema!

Was ist ein Stauraumkanal?
Ein Stauraumkanal oder auch Staukanal ist ein Bauwerk der Mischkanalisation. Wie es der Name schon vermuten lässt, wird in einem Staukanal das ankommende Mischwasser (Schmutz- und Regenwasser) bei entsprechenden Regenfällen eingestaut und nur gedrosselt in die unterhalb liegende Kanalisation abgeleitet. Je nach Dauer und Intensität des Regens beginnt sich der Stauraum zügig zu füllen. Bei Erreichen des definierten Stauvolumens und damit der berechneten Füllhöhe beginnt dieses Bauwerk – je nach Bauweise vollautomatisch oder mechanisch – das stark verdünnte Abwasser über eine Schwelle in die benachbarten Gewässer zu entlasten. Da vielfach Regenereignisse nur von kurzer Dauer sind, kann in solchen Fällen das komplette Mischwasser des Einzugsgebietes zwischengespeichert und nach dem Regen langsam dem weiterführenden Kanal und damit der zentralen Kläranlage zugeführt werden. Staukanäle gehören neben den Regenüberlaufbecken – den so genannten RÜB – zu den Niederschlagswasserbehandlungsanlagen. Diese Anlagen werden in Arnsberg  laut Verbandsgesetz vom Ruhrverband gebaut und betrieben. Insgesamt finden sich im gesamten Stadtgebiet 30 derartige Anlagen mit einem Stauvolumen von rund 30.000 m³.

Was ist ein Regenüberlauf?
Auch ein Regenüberlauf gehört zu den Bauwerken der Mischkanalisation. Im Gegensatz zum Staukanal besitzt das RÜ kein so großes Stauvolumen. Stattdessen ist der weiterführende Kanal deutlich leistungsstärker als beim Staukanal. Das RÜ leitet kleinere Regenereignisse ohne Entlastung Richtung Kläranlage weiter. Bei stärkeren Regenfällen kommt es jedoch auch hier dazu, dass das Mischwasser bis zu einer definierten Schwellenhöhe im Bauwerk ansteigt und anschließend darüber hinweg Richtung Gewässer abgeleitet wird.

Wohin fließt mein Abwasser?
Im Stadtgebiet betreibt der Ruhrverband drei Kläranlagen. Die Stadtbezirke Bachum, Bruchhausen, Herdringen, Hüsten, Müschede, Neheim, Voßwinkel und Wennigloh entwässern zur Kläranlage Neheim. Das Abwasser der Stadtteile Arnsberg, Breitenbruch, Niedereimer, Rumbeck und Uentrop wird zur Kläranlage Arnsberg-Hammerweide geleitet. Zur Kläranlage Arnsberg-Wildhausen entwässert Oeventrop (und große Teile von Meschede). Die Stadtbezirke Holzen und Oelinghauser Heide entwässern über einen langen Transportsammler zur Kläranlage Menden-Lendringsen außerhalb unseres Stadtgebietes.